14.12.2021, Kassel und Fulda - Online Fachtag

Schluss mit Cybergrooming – Sexuelle Gewalt im digitalen Zeitalter

Uhrzeit: 
14:00 Uhr bis 18:30 Uhr
Wenn Täter*innen im Internet nach ihren Opfern suchen, nennt man das Cybergrooming: Sie nutzen verschiedene soziale Netzwerke oder die Chatfunktion von Online-Spielen, um den Kontakt zu Kindern und Jugendlichen herzustellen. Sie gewinnen anschließend ihr Vertrauen, manipulieren ihre Wahrnehmung, verstricken sie in Abhängigkeit und sorgen dafür, dass sie sich niemandem anvertrauen. All die Handlungen dienen dazu einen sexuellen Missbrauch vorzubereiten.

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Trauriges Kind im Handy-Display

Der durch die regionalen Geschäftsstellen Nordhessen und Osthessen des Netzwerks gegen Gewalt ausgerichtete Fachtag richtet sich an Lehrkräfte, päd. Fachkräfte aus Schule, der außerschulischen Kinder- und Jugendarbeit, Einrichtungen der Jugendhilfe, Polizei und Interessierte.

Sexualisierte Gewalt gegen Kinder und Jugendliche tritt online in großer Bandbreite auf. Sie umfasst den Handel mit Kindern als Sexobjekte, die gezielte Kontaktaufnahme zu sexuellen Zwecken oder die ungewünschte Weiterverbreitung der von ihnen erstellten Sexting-Inhalte.

Studien zeigen, dass viele Minderjährige bereits persönliche Erfahrungen mit sexuellen Übergriffen im Netz gemacht haben. Das Risiko steigt mit zunehmendem Alter und wenn sie sich freier im Netz bewegen. In populären Onlinespielen und über soziale Netzwerke versuchen Menschen gezielt, sexuelle Kontakte zu Kindern und Jugendlichen aufzubauen. Dabei passen sie ihre Strategien immer wieder an die Onlinenutzung und Lebenswelt der Heranwachsenden an.

Mit dem Online-Fachnachmittag wollen wir über Cybergrooming aufklären und Möglichkeiten aufzeigen, wie dem Phänomen vorgebeugt werden kann.

Für den Fachvortrag konnten wir Dipl. Psychologin Julia von Weiler, Geschäftsführerin von „Innocence in Danger e.V.“ gewinnen. Innocence in Danger setzt sich seit Jahren gegen sexuellen Missbrauch mittels Internet und digitalen Medien ein. Frau von Weiler geht in ihrem Vortrag den Fragestellungen nach, inwieweit digitale Medien sowohl unsere Lebenswelt als auch unsere (sexuellen) Beziehungs- und Handlungsspielräume beeinflussen. Es erfolgt eine Betrachtung der Strategien sexuellen Missbrauchs mittels digitaler Medien von Täter*innen sowie eine Betrachtung der Entwickelung digitaler Beziehungskompetenzen bei Kinder und Jugendliche unter dem Aspekt des digitalen Kinderschutzes.

In den anschließenden beiden Workshopphasen können Sie nochmals verschiedene Schwerpunkte vertiefen.

Melden Sie sich bitte pro Workshopphase für einen von den 6 Workshops an, (Beachten Sie, dass jeweils insgesamt max. 20 Personen an einem Workshop teilnehmen können. Sobald ein Workshop ausgebucht ist, wird dieser nicht mehr in der Auswahlliste aufgeführt sein. ) so dass Sie insgesamt an zwei Workshops teilnehmen können.

WS I: Fallbesprechungen nur für Fachkräfte
Carmen Adenaw und Tanja Klingelhöfer, Schulpsychologie 

WS II: Schutzkonzeptentwicklung – „Schule als sicherer Ort“
Nikola Poitzmann, GuD  

WS III: Sexualisierte Gewalt in digitalen Medien aus polizeilicher Sicht
Johannes Bittner, Prävention, Cybercrime PP Osthessen

WS IV: Sexting - Was ist das und welche Risiken und Folgen hat es?
Alexandrina Prodan und Christina Schwan, Sozialdienst katholischer Frauen e.V. Fulda

WS V: Psychotherapeutische Behandlung für traumatisierte Kinder und Jugendliche nach sexualisierter Gewalterfahrung
Evelyn Heyer, Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeutin Kassel

WS VI: "Digitaler Notfall”, Umgang mit digitalen Vorkommnissen
Romina Nölp, Projektleiterin Digitale Helden Frankfurt am Main

Die Teilnahme an der Veranstaltung ist kostenfrei. Eine Teilnahmebescheinigung wird ausgestellt.

Anmeldefrist: 07. Dezember 2021.

Zur Anmeldung geht es hier.

Das Wichtigste zur Veranstaltung

Bei dem Fachtag handelt es sich um einen Online Fachtag, der über die Plattform Webex stattfindet.