Großes Interesse an Veranstaltung „Wer hat Angst vorm bösen Mann?“

Der Arbeitskreis gegen sexuellen Missbrauch des Odenwaldkreises hatte am Dienstag, 14.06.2016, zu einer Informationsveranstaltung eingeladen. Die Besucher konnten sich hier aktiv beteiligen, in dem an verschiedenen Diskussionstischen, dem sog. Worldcafé, Standpunkte ausgetauscht und Fragen erörtert werden konnten.

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Veranstaltung "Wer hat Angst vorm bösen Mann?"

Bei einem kurzweiligen Abend mit aktiver Beteiligung informierten sich am vergangenen Dienstag viele Interessierte im Gesundheitszentrum Erbach über den möglichen Schutz vor sexueller Gewalt. Die Besucherinnen und Besucher diskutierten lebhaft, tauschten sich miteinander aus und ließen sich von Fachkräften aus Beratungsstellen und der Polizei beraten.

Der Arbeitskreis gegen sexuellen Missbrauch hatte eingeladen. Die Kreisbeigeordnete und Vorsitzende der Frauenkommission Brigitte Heckmann eröffnete den Abend und hieß alle Gäste im Namen des Landrates willkommen. Sie bedankte sich für die Initiative und die Arbeit des Arbeitskreises.

Sexuelle Gewalt ist unabhängig der kulturellen Herkunft ein gesamtgesellschaftliches Phänomen, erläuterte Heike Beringer, Psychologin bei der Erziehungsberatungsstelle bei der Einführung zu dem Thema. Entgegen der landläufigen Meinung findet sexuelle Gewalt überwiegend im privaten Bereich statt. Täter und Opfer kennen sich meist vorher. Sie räumte mit dem Mythos auf, dass der fremde Mann im Gebüsch lauert. Das ist nur der seltenste Fall.

Der beste Schutz vor sexueller Gewalt ist eine Erziehung und Begleitung, damit Kinder zu selbstbewussten Menschen mit einer eigenen Meinung heranwachsen können. Besonders das Bauchgefühl der Kinder sollte bewahrt werden, so die einhellige Erfahrung der Arbeitskreismitglieder. Um die Gäste möglichst umfangreich informieren zu können, hatten sich die Mitglieder des Arbeitskreises eine besondere Methode, das Worldcafé ausgedacht. An fünf Diskussionstischen konnten sich die Gäste im zwanzig-minütigen Wechsel mit unterschiedlichen Themen und Fragestellungen befassen.

Harald Schmelzer, Kriminalhauptkommissar bei der Polizeidirektion Odenwald stellte die Polizeiarbeit im Spannungsfeld von Fällen sexuellen Missbrauchs vor. Er zeigte den Gang des Ermittlungsverfahrens in Zusammenarbeit mit den Beratungsstellen und dem Opferschutz auf. Die Frage, ob man sein Kind vor sexuellen Übergriffen schützen kann, stelle Heike Beringer an ihrem Tisch und diskutierte angeregt mit den Tischgästen. Whatsup, Snapchat, facebook und Co, in diesen Sozialen Netzwerken bewegen sich nach Auskunft von Stefanie Warias, Gymnasiallehrerin, die Schülerinnen und Schüler. Handy, Pad und Computer sind heute nicht mehr wegzudenken. Mit dem Wissen, wie sich Kinder in den sozialen Netzwerken bewegen, schützt sie vor Gefahren, wie Mobbing oder Sexting. Partnerschaftliche Begleitung statt des Computerverbots ist der Ziel führende Weg. Sexismus im Kinderzimmer war Thema bei Anja Scheibel, Beraterin bei der Diakonie. Maßgeblichen Einfluss auf die Identitätsentwicklung haben Spielzeug, Filme und Werbefilme. Das verdeutlichte auch das Thema "Bild der Frau im Wandel der Zeit", das die Gleichstellungsbeauftragte Petra Karg bearbeitete. Christine Klein, Leiterin der Regionalen Geschäftsstelle des Netzwerks gegen Gewalt Hessen begleitete die Thementische.

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