Mobbingopfer an Schulen verhindern- Möglichkeiten der Prävention und Intervention

Mobbing ist ein Thema, das Schulen immer wieder beschäftigt. Liegt ein Fall von Mobbing vor, ist schnelles und nachhaltig wirksames Handeln erforderlich. Welche Lösungsmöglichkeiten gibt es? In einem ganztägigen Workshop erhalten Lehramtsstudierende Grundkenntnisse zum Thema Mobbing sowie Impulse, Informationen zu Lösungsoptionen der Mobbingprävention und -intervention. Veranstalter sind das Netzwerk gegen Gewalt und das Zentrum für Lehrerbildung der Universitäten Gießen und Marburg.

Mobbing ist immer noch ein aktuelles Thema. Die Problematik stellt nicht nur Schulen vor erhebliche Herausforderungen. Vielerorts herrscht noch Unsicherweit, wie man dem Phänomen auf Dauer wirksam begegnen kann.  „Da hilft nur eine Null-Toleranz-Praxis, um deutlich zu machen, dass so etwas nicht akzeptiert wird", fordert der OECD-Direktor Andreas Schleicher.[1]  Wer ist hier gefordert und in welchem Maße? Welche Möglichkeiten der Intervention, aber auch der Mobbingprävention gibt es? Mit dieser Frage setzen sich  seit einigen Jahren Lehramtsstudierende aller Schulformen der Universitäten Gießen und Marburg in einer eintägigen Veranstaltung in Workshops auseinander. Seit 2015 bietet das Netzwerk gegen Gewalt (Regionale Geschäftsstelle Mittelhessen) zusammen mit der Hochschule, dem Zentrum für Lehrerbildung und dem Institut Impuls aus Marburg diese Fortbildung für Lehramtsstudierende an. Die positiven Rückmeldungen auf die bisherigen Veranstaltungen zeigten einen Bedarf an einer Schulung zu dieser Thematik, insbesondere an Möglichkeiten in der Mobbingprävention und –intervention.

 Alle Studierenden haben ihr Schulpraktikum absolviert und vereinzelt auch Erfahrungen mit dem Phänomen Mobbing gemacht. Aber wie erkennt man Mobbing? [2] Wann kann man  von Mobbing sprechen? Mit diesen Grundfragen startet der Workshop. Die Teilnehmenden lernen eine „Mobbingbrille“[3] aufzusetzen und Einblick in das Mobbingsystem zu gewinnen. In Rollenspielen können die Studierenden erfahren, welche Faktoren dieses System am Laufen halten.[4] Doch wie lässt sich dieser Teufelskreis unterbrechen? Als Möglichkeiten der Intervention lernen die Studierenden den „No Blame Approach“- ein Ansatz, der auf Schulzuweisung verzichtet[5] sowie das „Gegen-Gewalt–Konzept“ von Mustafa Janaan kennen.[6] [7] Beiden ist vor allem gemeinsam, dass sie Schülerinnen und Schüler der betroffenen Klasse in die Erarbeitung und Durchführung von Lösungen miteinbeziehen.

Der zweite Teil des Workshops hat den Fokus auf die  Möglichkeiten der Mobbingprävention gerichtet. Eine notwendige Voraussetzung für erfolgreiche Maßnahmen ist die Teambildung in einer Klasse wichtig, um Vorurteilen, Konflikten vorzubeugen sowie die Zusammenarbeit und den Zusammenhalt zu fördern[8]. Um eine langfristige und wirksame Mobbingprävention zu erzielen, sind Maßnahmen nicht nur auf der Klassenebene, sondern auch innerhalb der Schule erforderlich. Dazu zählen vor allem eine demokratisch geprägte Schulkultur, die Partizipation der Schülerinnen und Schüler sowie ein Konzept zum Umgang mit Konflikten und auch Mobbing. Diese und weitere Möglichkeiten werden in einem Präventionsbaum aufgeführt. Den Präventionsbaum zusammen mit einem Handout und der Mobbingbroschüre erhalten die Studierenden zum Abschluss des Workshops.

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1] https://www.tagesschau.de/inland/pisa-studie-109.html

[2] Bildergalerie, Bild 4

[3] A.a.O. Bild 5

[4] A.a.O. Bild 7,10

[5] A.a.O. Bild 13

[6] Janaan, M. (2015): Das Anti-Mobbing-Buch. 4. Aufl., Weinheim/Basel: Beltz Verlag. S. 147 ff.

[7] Bildergalerie, Bild 14

[8] A.a.Ö., Bild 15

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