Rückschau zur Fachtagung am 08.11.2017 im Jugendhof Rotenburg

Der Fachtag zur Förderung der Medienkompetenz mit dem Themenschwerpunkt "Phänomen Hate Speech" bot ca. 70 Teilnehmenden verschiedene Impulsvorträge.

Hemmungsloses Hetzen im Netz ist alltäglich geworden. Menschenverachtende und diskriminierende Inhalte werden in Sozialen Medien verbreitet und natürlich auch von Kindern und Jugendlichen wahrgenommen. Um über solche Entwicklungen und Ereignisse aufzuklären und Handlungsoptionen für Jugendarbeit und Schule aufzuzeigen, veranstaltete das Hessische Netzwerk gegen Gewalt (NgG) in Kooperation mit dem Kultusprojekt Gewalt und Demokratielernen (GuD) und der Kinder-, Jugend und Familienförderung Hersfeld-Rotenburg am 08.11.2017 in Rotenburg a. d. Fulda einen Fachtag zum Thema „Hate Speech – Dem Hass im Netz begegnen!“.
In ihren Grußworten betonte die Erste Kreisbeigeordnete Elke Künholz die Wichtigkeit der Auseinandersetzung mit der Thematik und die Notwendigkeit eine deutliche Haltung zur Thematik zu entwickeln.
Als Referentin konnte die Frankfurter Medienpädagogin Alia Pagin gewonnen werden. Der Titel ihres Vortrages lautete „Das wird man ja wohl noch sagen dürfen“. Angelehnt daran definierte sie zunächst den Begriff Hate Speech. Ursachen und Entwicklungen von Hate Speech bzw. Hassrede machte sie genauso zum Thema wie die Möglichkeiten, dagegen vorzugehen.

Übersichtsaufnahme Veranstalungssaal
Gutgefüllte Besucherreihen im Jugendhof Rotenburg a. d. Fulda zum Fachtag „Hate Speech“

Rund 70 Teilnehmerinnen und Teilnehmer nahmen an der Fachtagung teil. Der Kreis der Interessierten setzte sich wie von den Veranstaltern gewünscht aus den unterschiedlichsten Professionen und Fachbereichen in der Arbeit mit Jugendlichen zusammen. Schule, Jugend- und Sozialarbeit waren wie die Polizei vertreten und kamen in einen gemeinsamen Austausch.

Impulsrunde
Praxisorientierte Impulsrunden gaben interessante Eindrücke in Projekte
Impulsrunde
Praxisorientierte Impulsrunden gaben interessante Eindrücke in Projekte

Nach dem Impulsvortrag nutzten sie die Gelegenheit, sich in Impulsrunden einen tieferen Einblick in die Thematik zu verschaffen. Insgesamt vier Impulsangebote standen zur Wahl. In ihnen wurden Möglichkeiten erläutert, dem Hass im Netz entgegen zu wirken und Strategien zu entwickeln, Jugendliche und junge Erwachsene gegen solche Hassreden zu sensibilisieren. Referentin Pagin ging in ihrem Impuls auf den kommunikativen Umgang und die Gegenrede (Counterspeech) im Netz ein. Das Mobile Beratungsteam Hessen und die „Kopiloten e.V.“ aus Kassel stellten ihre Angebote vor. Inhalte waren Argumentieren gegen Menschenfeindlichkeit und das Projekt „#hatebreach“, in dem es um handlungsorientierte politische Medienbildung geht. Auch das erfolgreiche Jugendprojekt „Hate2Hate“ des Kinder- und Jugendbüros Hann.-Münden wurde vorgestellt und diskutiert. In ihm setzten sich Jugendliche aktiv mit Hate Speech und Rassismus im Dreh von Youtube-Videos auseinander.

Gruppenbild Orga-Team
Orga- und Referententeam (von links): Alia Pagin, Elke Steden, Angela WInderlich, Philipp Meyer, Christopher Vogel, Maria Grüning, Jens Mikat, Elvira Idt


Die Veranstaltung endete mit einem humorvollen Ausblick von Alia Pagin. Sie stellte kreative und ungewöhnliche Initiativen der besonderen Art vor, die sich gegen Hassrede und Hetze im Internet richteten.