Themenabend an den Beruflichen Schulen Gelnhausen "Hass ist keine Meinung"

"Hass ist keine Meinung" war das Thema der Abendveranstaltung in den Beruflichen Schulen des Main-Kinzig-Kreises in Gelnhausen am 7. Dezember 2017. Als Referentin konnte Alia Pagin, Medienpädagogin und  Lehrbeauftragte an der Frankfurt University of Applied Sciences im Fachbereich Soziale Arbeit mit dem Schwerpunkt Medien, Ästhetik, Kommunikation gewonnen werden, um den Teilnehmenden Impulse zum medienpädagogischen  Umgang mit Hate Speech und Fake News zu geben.

Zu der vom Staatlichen Schulamt für den Main-Kinzig-Kreis, der Stabsstelle Prävention, Sicherheit und Sauberkeit der Stadt Hanau und der Regionalen Geschäftsstelle Netzwerk gegen Gewalt im Polizeipräsidium Südosthessen organisierten Kooperationsveranstaltung kamen zahlreiche Pädagog*innen, Polizeibeamt*innen und Eltern, um sich über Hass, Hetze und Falschinformationen im Internet zu informieren und auszutauschen.

Alia Pagin beim Infoabend Hate Speech in Gelnhausen
v.l.n.r. Sandra Gentsch, Alia Pagin, Stephanie Padberg, Andrea Pillmann

Die Sozialen Netzwerke gehören mittlerweile zum Alltag von Jugendlichen. Viele von ihnen haben  eine virtuelle Identität entwickelt. Über die daraus entstehenden Risiken, wie der Umgang mit Hassreden und Falschmeldungen, sollte daher frühzeitig sensibilisiert und aufgeklärt werden.

Phänomene wie "Hate Speech" und "Fake News“ sind in den beliebtesten Sozialen Netzwerken wie WhatsApp, Instagram, Snapchat und Facebook inzwischen weit verbreitet (JIM Studie 2016). Die rasante Streuung von Informationen, der Zugang zu Jugendkulturen und die angeblich kostenfreie Nutzung der Plattformen sind mitverantwortlich für den „Erfolg“. Allerdings ist dies nicht nur ein Phänomen der digitalen Kultur, so Frau Pagin, sondern ein politischer Begriff und beinhaltet bestimmte Elemente wie Verschwörungstheorien, Abgrenzungen gegenüber anderen Gruppierungen, Normalisierungen von bestehenden Diskriminierungen usw.

So werden bestimmte gesellschaftliche Gruppen aufgrund ihrer Herkunft, Religion oder anderer Eigenschaften diskriminiert und ausgegrenzt. Gegen Hassrede gibt es kein Gesetz, dennoch können Straftatbestände wie Beleidigung, Volksverhetzung, Verleumdung, üble Nachrede, Bedrohung, Nötigung, Recht am eigenen Bild etc. verletzt sein. Als besonders schwierig gestaltet sich die Unterscheidung zwischen freier Meinungsäußerung und Hetze bzw. Hassrede. Verfassungsfeindliche oder verbotene Inhalte sind den Plattformbetreibern wie z.B. Facebook u.a. und der Polizei zu melden. Darüber hinaus gibt es Online-Beratungsstellen wie z.B. die FSM (Freiwillige Selbstkontrolle Multimedia-Diensteanbieter), die die Inhalte prüfen und bei berechtigten Anliegen Maßnahmen zur Entfernung der Inhalte einleiten.

Anhand von Beispielen wurde den Teilnehmenden der Unterschied zwischen politischer Haltung und menschenverachtenden Äußerungen verdeutlicht. Dem Phänomen Fake News gilt es mit Fakten zu begegnen. In diesem Kontext  ist eine Vermittlung einer Recherchekompetenz von entscheidender Bedeutung. Jugendliche sollen sensibilisiert werden, Informationen kritisch zu prüfen, zu hinterfragen sowie Kommentare und Beiträge auf den einschlägigen Plattformen nicht unreflektiert aufzunehmen und zu verbreiten. Frau Pagin wies auf die besondere Bedeutung von Ansprechpartnern für Kinder und Jugendliche hin, die ihnen dabei behilflich sein können Inhalte zu dekonstruieren und sie in ihrem Medienkonsum unterstützend begleiten. Eltern und Pädagogen sind in ihrer Vorbildrolle mehr denn je bei der Vermittlung von Medienkompetenz und dem Eintreten für eine positive Diskussionskultur und Zivilcourage gefragt.

Die informative Veranstaltung endete mit einer angeregten Diskussion der Teilnehmenden.

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