Prävention sexualisierter Gewalt im digitalen Zeitalter

Die Veranstaltung wird über ein gängiges Onlinekonferenztoll durchgeführt. Alle weiteren notwendigen Informationen erhalten Sie nach erfolgreicher Anmeldung zur Veranstaltung.

Am 20.10.2020, 14:00 bis 18:00 Uhr, findet dieser Online-Fachnachmittag zum Thema "Sexualisierte Gewalt mittels digitaler Medien" statt.

In der Speak!- Studie wurden hessenweit ca. 2000 Jugendliche aus Regel- und Förderschulen zu ihren Erfahrungen mit körperlicher und nicht-körperlicher sexualisierter Gewalt befragt. Ein wesentliches Ergebnis der Studie ist die Erkenntnis, dass das Hauptrisiko für Kinder und Jugendliche, sexuelle Gewalt zu erfahren, von anderen Kindern und Jugendlichen ausgeht.
Prävention und auch Intervention, wie sie die Handreichung des Hessischen Kultusministeriums zum Umgang mit sexuellen Übergriffen empfiehlt, sind daher wesentliche Aspekte schulischer Schutzmaßnahmen.

Digitale Medien nehmen großen Einfluss auf die Entwicklung von Kindern und Jugendlichen, insbesondere bezüglich sozialer Bindungen und Beziehungen. Aufgrund des noch andauernden Entwicklungsprozesses des Gehirns, können Kinder und Jugendliche die Folgen ihres digitalen Handelns nicht abschätzen und sind vielfach überfordert. Auch wird Kindern und Jugendlichen durch den ungehinderten Zugang zu Pornografie-Portalen ein falsches Bild von Sexualität vermittelt, welches sie nicht einordnen können. „Digital Native“ zu sein, ist kein Selbstläufer. Kinder und Jugendliche brauchen vielmehr die Unterstützung der Erwachsenen, die sich dieser Verantwortung nicht entziehen sollten. Im Hinblick auf sexuelle Gewalt ist insbesondere das Smartphone das führende digitale „Tatwerkzeug“. Täterinnen und Täter nutzen digitale Medien und deren Plattformen, um sexuelle Gewalt auszuüben. Gefahren lauern auch bei Onlinespielen, bei denen ein Austausch über Chatrooms stattfindet. Diese fungieren oft als „Einfallstor“ für Täter und Täterinnen, da sie ungestörten Zugriff auf Kinder und Jugendliche bieten. Als wesentliche Maßnahme zur Prävention sexueller Gewalt, ist im Aufbau einer digitalen Beziehungskompetenz zu sehen. Kindern und Jugendlichen sollte die Bedeutung des Vertrauens in die eigene Wahrnehmung und die eigenen Gefühle aufgezeigt werden. Es sollte besprochen werden, was Freundschaft bedeutet, was eine gesunde analoge und digitale Beziehung ausmacht und wo die Grenzen sind. „Eine Prävention, die nur Angst macht, verfehlt ihren Zweck“. Vielmehr benötigen Kinder und Jugendliche neugierige und aufgeschlossene Erwachsene, die eine klare Haltung vermitteln, gut informiert sind, hinsehen, helfen und vor allem Ruhe bewahren, wenn es Probleme gibt. So kann es gelingen, Kinder und Jugendliche zu schützen. Für pädagogisches Personal ist es deshalb sehr wichtig, sich gut zu vernetzen und die entsprechenden (Fach-) Beratungsstellen zu kennen, die Hilfe anbieten.

Durch den Online-Fachvortrag führt Julia von Weiler, von Innocence in Danger e.V. Berlin.

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