Offenbacher Mathildenschule feiert PiT-Jubiläum

Seit 10 Jahren arbeitet die Mathildenschule erfolgreich mit Jugendhilfe und Polizei im Bereich der Gewaltprävention zusammen. "Prävention im Team" das opferzentrierte Programm wird in den 7. Klassen angeboten, um Schülerinnen und Schüler für potentiell gefährliche Situationen zu sensibilisieren und Handlungsoptionen aufzuzeigen.

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10 Jahre sind seit der Einführung des Modellprojektes „Prävention im Team (PiT)“ zur Gewaltprävention in der Stadt Frankfurt, Stadt und Kreis Offenbach vergangen.  Das nahm die Mathildenschule zum Anlass alle aktiven und ehemaligen PiT-Akteure der verschiedenen Professionen am Dienstag, den 10.11.2015 zu einer gemeinsamen Feierstunde in die Cafeteria der Schule einzuladen. Viele Ehemalige traten den Weg, teilweise auch aus dem Ruhestand, an.

 

Ein Blick zurück:

Im Dezember 2002 hatte die Hessische Landesregierung, nach dem Amoklauf in Erfurt, die Einrichtung eines ressortübergreifenden Netzwerks gegen Gewalt beschlossen, um dem Phänomen „Gewalt“ wirkungsvoll entgegenzutreten und junge Menschen mit Handlungskompetenzen zur Konfliktbearbeitung auszustatten. Damit einhergehend wurde Gewaltprävention zu einem besonders wichtigen Thema der politischen Gestaltung und inhaltlichen Weiterentwicklung gemacht.

Auf Initiative des Landespräventionsrates und des Hessischen Innenministeriums und für Sport wurde zu Schuljahresbeginn 2004/2005 das Projekt PiT unter dem Dach des Netzwerks gegen Gewalt als „Pilot“ unter der Leitung von Dirk Friedrichs vom Hessischen Sozialministerium an insgesamt 16 Schulen eingeführt. Davon gingen sieben Schulen im Bereich des Polizeipräsidiums Südosthessen an den Start. Mit von der Partie waren neben der Mathildenschule, die Edith-Stein-Schule, Rudolf-Koch-Schule, Albert-Schweitzer-Schule und die Geschwister-Scholl-Schule in Offenbach sowie die Nell-Breuning-Schule in Rödermark und die Albert-Einstein-Schule in Langen. Nach erfolgreicher Beendigung der Pilotphase wurde PiT im Jahr 2007 evaluiert und hessenweit eingeführt. Inzwischen beteiligten sich 96 Schulen im PiT-Programm mit über 100 Polizeibeamtinnen und –beamten.

 

PiT eignete sich aufgrund seiner vernetzten Struktur ideal die schon bestehenden Kooperationen mit Leben zu füllen und das ist bis zum heutigen Tag an der Mathildenschule gelungen. Die Vertreter/innen in den PiT- Teams, aus Schule, Jugendhilfe und Polizei verstehen das opferzentrierte Programm als gesamtgesellschaftliche Aufgabe, indem sie gemeinsam über einen längeren Zeitraum im Team Verantwortung übernehmen und somit Schülerinnen und Schülern Chancen für einen gewaltfreien Ausstieg aus einem Konflikt eröffnen. Diese  sollen für möglicherweise gefährliche Situationen sensibilisiert werden und Handlungsoptionen sowie Hilfemöglichkeiten aufgezeigt bekommen. Die Sechstklässler werden gestärkt, lernen selbstbewusst aufzutreten oder auch mal zu laut zu werden, um sich zu schützen.

 

An der Offenbacher  Mathildenschule gelingt dies seit mehr als 10 Jahren, indem zwei Lehrkräfte, ein/e Mitarbeiter/in aus der Jugendhilfe und ein/e Polizeibeamter/in im PiT-Team eng miteinander zusammen arbeiten. Neben der Arbeit mit den Schülerinnen und Schülern steht die Teamarbeit zwischen den verschiedenen Professionen im Vordergrund. Das wiederum bedeutet ein „offenes Ohr“ und „kurze Wege“. Mit der engmaschigen Vernetzung  gelingt es, das regionale Beratungs- und Hilfesystem weiter auszubauen.  Das lobte auch Frau Cornelia Lange, Abteilungsleiterin Familie, vom Ministerium für Soziales und Integration, die stellvertretend für den Staatminister Stefan Grüttner zum Jubiläum angereist war: „Die Zusammenarbeit macht den Erfolg aus.“ 

Auch Bürgermeister Peter Schneider, Schulamtsleiter Dr. Peter Bieniußa und Polizeipräsident Roland Ullmann waren gekommen, um der Mathildenschule, stellvertretend dem Schulleiter Oliver Schröder  und allen Protagonisten ihr Lob für ihr langjähriges Durchhaltevermögen präventiv zu wirken sowie  ihrem konkreten Handeln auszusprechen. Daneben hob Dr. Bieniussa die Mathildenschule als vorbildliches Beispiel für gelingende Integration hervor.

Einige Mathildenschülerinnen und -schüler aus der 7. Klasse, unter der Leitung von Jennifer Eckstein und Mansour Azizy, zeigten den ca. 40 Gästen in einem Rollenspiel „Hey Du, komm´ mal her!“ auf, wie einfach es sein kann, gar nicht erst in einen Konflikt einzusteigen (wenn jemand z.B. unberechtigterweise die Herausgabe des Handys fordert), stattdessen erhobenen Hauptes der brenzligen Situation zu entkommen wie es in den insgesamt sechs PiT- Projekttagen thematisiert wird. Hier werden gezielt Übungen nachgestellt, die jederzeit in der Realität vorkommen können. Mit diesem Rucksackwissen sollen Mädchen und Jungen für besondere Konfliktsituationen gerüstet sein.

 

Für das im PiT-Programm entgegengebrachte Engagement wurden neben der Schule auch die PiT-Akteure von der Programmleiterin Frau Astrid Rumpf-Arab  mit einer Urkunde bedacht. Ganz besonderem Dank sprach sie dem über die vielen Jahre treu gebliebenen PiT-Koordinator und Lehrer der Schule, Herrn Konstantinos Kalantzis für seine Bemühungen neben seiner alltäglichen Arbeit aus. 

Anschließend ließ es sich die Schule nicht nehmen alle Beteiligten zu einem informellen Austausch bei Kaffee und Kuchen einzuladen und die Feierlichkeiten gemütlich ausklingen zu lassen.

 

Stephanie Padberg

Regionale Geschäftsstelle Netzwerk gegen Gewalt

03.12.2015

 

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