16.09.2021, Kassel, Haus der Kirche - Veranstaltung ist ausgebucht

Erfolgreiche Ansätze zur Prävention interkultureller Konflikte unter besonderer Berücksichtigung der Herausforderungen für Kinder und Jugendliche nach Fluchterfahrungen

Ungefähr ein Drittel aller nach Deutschland geflüchteter Menschen sind Kinder und Jugendliche. Diese Altersspanne betrifft auch die Entwicklungsphase der Adoleszenz, ein Lebensabschnitt, der bei allen Jugendlichen durch Umbrüche gekennzeichnet ist. Die schwierigen Lebenslagen der jungen geflüchteten Menschen bedeuten für sie und das soziale Umfeld eine große Herausforderung. Zu den zahlreichen Belastungen im Alltag, die bewältigt werden müssen, gehören auch die Fluchterfahrungen.

Viktimisierung und Traumatisierung sind oft Folgeerscheinungen von Fluchterfahrungen. Mit dem Aufenthalt in Deutschland verbinden sich Ziele, Hoffnungen und Wünsche. Nicht nur Schule, Jugendhilfe, Polizei, Justiz und Kommunen, sondern auch Vereine sind gefordert, passende  Angebote zu entwickeln. Ein wichtiges Ziel ist, potentiellen und bestehenden Risikofaktoren erfolgreich durch den Aufbau von Schutzfaktoren zu begegnen, vorhandene Stärken und Resilienz zu nutzen, um den Prozess der Integration  zu unterstützen. Zugleich sollen auch Diskriminierung und Stigmatisierung verhindert und Optionen der interkulturellen Konfliktbewältigung angeboten werden.

Auch in Hessen wurden für geflüchtete Kinder und Jugendliche viele unterschiedliche Maßnahmen entwickelt und durchgeführt. Diese Fachtagung möchte einige Good-Practice Beispiele vorstellen. Neben Sensibilisierung und Information will die  Veranstaltung Impulse für die weitere, vor allem regionale Arbeit, sowie Möglichkeiten zur Vernetzung geben.

Die beiden Vorträge führen in die Thematik des Fachtags ein und erläutern erprobte Möglichkeiten der Konfliktbewältigung. Am Nachmittag haben die Teilnehmenden die Gelegenheit, jeweils zwei von sechs der angebotenen Workshops zu besuchen.

Workshops:

WS 1  - Interkulturelle Konflikte in Kitas: Welchen Beitrag kultur- und vorurteilsbewusstes pädagogisches Handeln leisten kann
Werden in der Kita Kinder mit Fluchtgeschichte betreut, stehen pädagogische Fachkräfte oft vor besonderen Herausforderungen. Denn interkulturelle Konflikte spielen dort auf verschiedenen Ebenen eine wichtige Rolle:

1.) Unterschiedliche Erziehungsvorstellungen auf der Eltern-Ebene können zu Konflikten führen.
2.) Die Kinder sind in einer Entwicklungsphase, in der sie Vorurteile äußern.
3). Als pädagogische Fachkraft stößt man an die Grenzen der eigenen Toleranz.

In dem Workshop betrachten wir am Beispiel von Papilio-Integration, wie diese interkulturellen Konflikte beeinflusst werden können.

Katharina Hepke (Master of Public Health) ist Programmleitung bei Papilio gGmbH, Bereich Integration und kultursensitive Pädagogik
 

WS 2 - „ZAP- Zusammen aktiv präventiv – Nicht zum Opfer von Gewalt im öffentlichen Raum werden“ - Ein Erfahrungsbericht (Dieser Workshop ist in der Workshopphase 1 bereits ausgebucht)
Jugendliche und junge Erwachsene erhalten die Möglichkeit, im geschützten Raum ihrer Lern/Wohngruppe, individuelle gewaltfreie Modelle für den Umgang mit gewaltbesetzten Situationen im öffentlichen Raum zu entwickeln. Ziel von ZAP ist es, achtsam und angemessen mit den Teilnehmenden umzugehen und auf deren Bedürfnisse und Erfahrungen mit Gewaltbesetzten Situationen einzugehen. Die wissenschaftliche Evaluierung des Trainings am Fachbereich Psychologie der Philipps-Universität Marburg zeigt, dass bei den Teilnehmenden des Programms ein signifikanter Anstieg von Empathie, eine Verbesserung von Konfliktkompetenzen sowie eine positivere Einstellung gegenüber der Polizei zu verzeichnen ist. Die Veränderung der Antworten zwischen den Trainingsgruppen und einer Kontrollgruppe sind statistisch signifikant, also gegen den Zufall abgesichert.

Astrid Rumpf-Arab, PiT-Programmleitung, Wiesbaden
Johannes Maaser, Universitätsstadt Marburg | Fachdienst Gefahrenabwehr Projektkoordinator & Wissenschaftlicher Mitarbeiter
 

WS 3 - Vielfalt im Sport
„Vielfalt im Sport? Bei uns voll normal!“
Hessen ist heute mehr denn je von großer kultureller Vielfalt geprägt. Diese geht über kulturelle oder ethnische Unterschiede hinaus. Bereits heute besitzt jedes zweite Kind unter 6 Jahren einen Migrationshintergrund. Diese Entwicklung verdeutlicht, dass Integration inzwischen nicht mehr Randgruppenthema, sondern auch im organisierten Sport Querschnittsaufgabe ist, die alle Lebensbereiche und alle Politikfelder auf Bundes-, Landes- und kommunaler Ebene einschließt. Die zunehmende Vielfalt birgt Chancen, aber auch Herausforderungen. In jedem Fall verlangt sie von allen, ob mit oder ohne Migrationshintergrund, die Bereitschaft, sich auf Veränderungen einzulassen. Der Sport als Medium interkultureller Kommunikation bietet außerordentliche Chancen, die gesellschaftliche Integration voranzutreiben. Miteinander leben lernen im Sportverein ist die Wegbereitung der interkulturellen Öffnung (IKÖ). Auf diese müssen nicht nur die Sport-/Vereine vorbereitet und sensibilisiert werden, um sich deutlicher und nachhaltiger als bisher für partnerschaftliche Strukturen zu öffnen.

Peter Schreiber, Sportjugend Hessen e.V., Referat Vielfalt im Sport
 

WS 4 - Geschlechterreflektierte Jungenarbeit als Prävention Männliche Jugendliche mit Fluchterfahrung bzw. internationaler Familiengeschichte sind in der Phase Ihrer Identitätsfindung vielen Herausforderungen ausgesetzt: Sie spüren den Druck, problematischen Männlichkeitsbildern gerecht zu werden und erfahren selbst auch Ohnmacht durch Diskriminierungserfahrungen. In dem Workshop werden verschiedene Intersektionen von Rassismus und Sexismus beleuchtet und praktische Ansätze vermittelt, wie eine geschlechterreflektierte Jungenarbeit dazu beitragen kann, gelernte Gewaltformen, wie zum Beispiel Unterdrückung im Namen der Ehre, aktiv zu verlernen.

HeRoes Offenbach
 

WS 5 - Respekt! - Mit JMD und Respect Coaches präventiv zusammenarbeiten
In dem Workshop stellen sich JMD und die Respect Coaches mit ihrer Arbeit vor. Mit Input und kurzen interaktiven Übungen erhalten die Workshopteilnehmer*innen einen Einblick in den Alltag von JMD und Respect Coaches sowie deren präventiven Ansätzen.

Katharina Enters, Jugendmigrationsdienst Kassel, Internationaler Bund Kassel
Bernd Schulz, Jugendmigrationsdienst Kassel, Caritasverband Kassel
 

Die Veranstaltung richtet sich an Schule, Polizei, Justiz, Sozialarbeit, und Kommunen sowie weitere Interessierte.

Zur Beachtung:
Aufgrund der derzeitigen Pandemielage ist verantwortungsvolles Handeln und besondere Vorsicht bei der Zusammenkunft von Menschen geboten. Wir weisen daraufhin, dass die Durchführung der Veranstaltung (Teilnehmerzahl unter 100) in Abhängigkeit mit den dann gültigen gültigen Hygienevorschriften zur Coronapandemie und dem Schutz-und Hygienekonzept des Tagungszentrums- Haus der Kirche, Kassel. steht.  

Teilnahmevoraussetzungen:
Eine Teilnahme ist nur möglich bei Vorlage eines nega­tiven Testergebnisses, nicht älter als 24 Stunden, oder einem vollständigen Impfschutz oder bei einer Genesung. Ein Nachweis hierüber muss beim Einlass vorliegen. Es besteht Maskenpflicht in den Innenräumen, aktuell bis zum Sitzplatz.    

Einverständniserklärung zu Foto- und Filmaufnahmen:
Wir weisen Sie darauf hin, dass bei der Veranstaltung Fotos und Filmaufnahmen erstellt werden. Mit der Anmeldung erklären Sie sich mit der Veröffentlichung von Fotos der Veranstaltung einverstanden.

Die Veranstaltung ist ausgebucht. Anmeldungen sind nicht mehr möglich.

Hier geht`s zur Anmeldung (Anmeldungen sind bis zum 08.09.2021 möglich.)

Downloads: 

unter besonderer Berücksichtigung der Herausforderungen für Kinder und Jugendliche nach Fluchterfahrungen

Das Wichtigste zur Veranstaltung

16.09.2021
Haus der Kirche
Wilhelmshöher Allee 330
34131 Kassel
Deutschland