08.09.2021, Online-Plattform, BigBlueButton

Fachtag "Ehrgewalt im Odenwaldkreis begegnen" am 08.09.2021 wird in den März 2022 verschoben.

Uhrzeit: 
13:45 bis 18:00 Uhr
Der Fachtag richtet sich an Fachkräfte, die im Jugendamt, in der Jugendhilfe, Migrationsberatung, Schulen und sonstigen Einrichtungen Kontakt zu (potentiell) Betroffenen haben.

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Ehrgewalt

Der Begriff „Gewalt im Namen der Ehre“ steht für unterschiedliche Formen von Gewalt, um vermeintlich die Ehre der Familie zu bewahren oder die verletzte Ehre wiederherzustellen. Dabei gilt die Familienehre als zentraler Wert, an dem sich alle Familienmitglieder zu orientieren haben. Ist diese in Gefahr, wird u. a. durch psychischen Druck, emotionale Erpressung, körperliche und / oder sexuelle Gewalt oder Freiheitsbeschränkungen versucht, das Ansehen der Familie zu schützen.

Die Themen „Gewalt im Namen der Ehre“ bzw. „Zwangsheirat“ sind auch im Odenwaldkreis präsent. Es handelt sich um ein vielschichtig und sehr differenziert zu betrachtendes, in unterschiedlichen sozialen, ethischen oder kulturellen Kontexten beheimatetes Phänomen.

Wie erleben Jugendliche und junge Erwachsene Ehrgewalt?

Was verbirgt sich hinter diesem Begriff? Was sind die Folgen?

Woran erkenne ich Betroffene?

Welche Handlungsmöglichkeiten habe ich als Fachkraft?

Welche Hilfsangebote kommen in Betracht?

Der Fachtag möchte einerseits diese Kernfragen in den Blick nehmen, Grundwissen vermitteln und Handlungsmöglichkeiten aufzeigen. Anderseits sollen im fachlichen Austausch, berufsübergreifend erste Impulse für präventive Maßnahmen und nützliche Kooperationen gesetzt werden.

Programm:

13:45 Uhr

Ankommen im virtuellen Tagungsraum

14:00 Uhr

Begrüßung

14:15 Uhr

Grundwissen zu Ehrgewalt und Zwangsheirat

S. Semercioglu (Mäander - Fachberatung Ehrgewalt)

15:30 Uhr

Projektvorstellung Heros

15:45 Uhr

Kleine Pause

16:00 Uhr

Workshops A - E

17:30 Uhr

Zusammenfassung und Abschluss

18:00 Uhr

Ende

Workshops:

A: „Realität Schule“ / Frühwarnzeichen von Ehrgewalt  im Schulalltag

Anhand von Fallbeispielen aus dem schulischen Alltag werden mögliche Frühwarnzeichen von Ehrgewalt aufgezeigt. Mit Hilfe der Beispiele wird dargestellt, wie die Schulsozialarbeit und die UBUS-Kraft der Ernst-Göbel-Schule (Höchst i Odw.), der Thematik begegnen. Zudem wird das primärpräventive Bundesprogramm „Respekt-Coaches" vorgestellt, das an die EGS angedockt ist. P. Bode und Y. Sommer (Schulsozialarbeit EGS)

B: Und jetzt? Umgang mit Betroffenen / Beispiele aus der Praxis

Ehrgewalt ist ein sehr komplexes und hochsensibles Themenfeld. Was sollte im Umgang mit und in der Beratung von Betroffenen beachtet werden? Welche Handlungsschritte, und Hilfsangebote für Minderjährige/ junge Erwachsene, sind denkbar bzw. sinnvoll?  Der Fokus in diesem Workshop liegt auf den besonderen Bedarfen und Herausforderungen im Bereich Kindswohlgefährdung (§ 8a), sowie auf Hilfs- und Schutzangeboten für Betroffene zwischen 16 und 21 Jahren. S. Veigl (Beratungsstelle für Kinder, Jugendliche und Eltern), K. Trautmann (Frauenberatung des Frauenhauses), S. Landau-Hahn (Mäander - Fachberatung Ehrgewalt)

C: Landkarte Odenwaldkreis / Ressourcen und Lücken

Durch eine wissenswerte Reise durch das vielfältige Beratungsangebot im Odenwaldkreis erfahren Teilnehmende einen Überblick über vorhandene Hilfsangebote. Anhand praxisnaher Beispiele werden verschiedene Handlungsmöglichkeiten aufgezeigt. S. Colic-Löbich (Mäander- Fachberatung Ehrgewalt), P. Karg (Gleichstellungsbeauftragte Odenwaldkreis)

D: Ab in den Urlaub / Verschleppung ins Ausland

Zwangsverheiratung sowie weibliche Genitalverstümmelung / -beschneidung sind in Deutschland per Gesetz verboten. Jedoch werden diese Straftaten immer noch in Deutschland vorbereitet und im „Urlaub“ im Ausland durchgeführt. Nach einem kurzen Input in die spezifischen Themenfelder werden mit Hilfe von Beispielsfällen gemeinsam Handlungsschritte erarbeitet. B. Djamali und L. Borgböhmer (Fachberatung Amani Kassel)

E: Jungenarbeit als Prävention

In dem Workshop wird ein Einblick in diverse Methoden und Ansätze einer geschlechterreflektierten und rassismuskritischen Bildungsarbeit gewährt. Es besteht die Möglichkeit, sich über die Gelingensbedingungen und Herausforderungen einer guten Präventionsarbeit auszutauschen und gemeinsam erste Schritte für Handlungsstrategien zu erarbeiten. F. Tuncay (HeRoes Offenbach)

Anmeldung zur Onlineveranstaltung:

Die Teilnahme an der Veranstaltung ist kostenfrei und wird bescheinigt.

Hier geht’s direkt zur  Anmeldung   

Anmeldefrist: 01.09.2021

Teilnahmebeschränkung: 60 Personen

Nach erfolgter Anmeldung erhalten Sie eine Bestätigung mit weiteren Details.
Für die Teilnahme benötigen Sie einen WLAN-fähigen Computer mit Kamera und Mikrofon.

Die Veranstaltung findet über die Online-Plattform BigBlueButton statt und wird durch das Büro für Medienbildung Darmstadt begleitet.

Tagungsort: online / BigBlueButton, direkt über Ihren Browser (Sie müssen keine Installation eines Programmes vornehmen)

Tagungsleitung / Weitere Informationen:

Petra Karg                                                  

Gleichstellungsbeauftrage des Odenwaldkreises

gleichstellung@odenwaldkreis.de

Kooperationspartner_innen

Das Wichtigste zur Veranstaltung

08.09.2021
Uhrzeit: 13:45 bis 18:00 Uhr

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