Eine Person fotografiert mit einem Smartphone eine Stadt. Die Stadt ist im Display des Smartphones in der Mitte des Bildes zu sehen. Das eigentliche Motiv liegt im Hintergrund und ist nicht erkennbar.

Deepfakes

Wissenswertes und Hinweise zu "Deepfakes" für Eltern, Erziehungsberechtigte und pädagogische Fachkräfte

Vor dem Eiffelturm, der Oper von Sydney oder gefilmt bei einem Bungeesprung – mittels KI-generierter Bilder und Videos kann man digital die Welt bereisen. Die Bilder wirken täuschend echt und oft ist nur schwer zu erkennen, dass es sich um eine Fälschung – einen Deepfake – handelt. 
Leider werden auf diese Art erzeugte Bilder und Videos nicht immer verantwortungsbewusst eingesetzt. Sie können genutzt werden, um andere Personen zu demütigen, zu bedrohen und öffentlich bloßzustellen. Werden die Bilder und Videos sexualisiert verfremdet, kommen sie häufig als Druckmittel für Erpressungen —SextortionÖffnet sich in einem neuen Fenster — zum Einsatz. 

Was sind Deepfakes?

Deepfakes sind digitale Medien – Bilder, Videos oder Audios – die mit Hilfe von Künstlicher Intelligenz (KI) verändert oder erstellt werden. So kann etwa das Gesicht einer Person auf ein Video gesetzt werden, das sie in Wirklichkeit nie gedreht hat, oder die Stimme kann synthetisch nachgebildet werden.

Der Begriff „Deepfake“ setzt sich aus „deep learning“ (eine Form von KI) und „fake“ (Fälschung) zusammen. Ziel ist nicht immer Täuschung: Deepfakes werden auch kreativ eingesetzt, etwa in Filmen, Werbung oder für Unterhaltung. 

Wie entstehen Deepfakes?

Aus vielen vorhandenen Fotos, Videos oder Sprachaufnahmen einer Person lernt die KI wie diese aussieht, spricht oder sich bewegt. Die KI erkennt typische Merkmale – zum Beispiel Gesichtszüge, Mimik oder die Stimme – und kann diese anschließend in neue Aufnahmen einfügen. So kann der Eindruck entstehen, dass jemand etwas gesagt oder getan hat, obwohl das tatsächlich nie passiert ist.
Die Technik selbst ist komplex, doch Nutzerinnen und Nutzer müssen dafür keine Experten sein – es gibt bereits Software, die automatisch Videos oder Bilder manipuliert. 

Risiken von Deepfakes

Deepfakes bergen verschiedene Risiken, insbesondere für Kinder und Jugendliche:

  • Täuschung und Manipulation: 
    Personen können durch gefälschte Inhalte in ein falsches Licht gerückt werden.
  • Cybermobbing und Rufschädigung: 
    Deepfakes können gezielt zur Bloßstellung oder Belästigung eingesetzt werden, wenn sie zum Beispiel in einem Klassenchat gepostet werden.
  • Betrug: 
    Falsche Videos oder Stimmen können genutzt werden, um Geld oder sensible Daten zu erlangen.
  • sexualisierte Deepfakes: 
    Im Internet veröffentlichte Bilder können genutzt werden, um sie in einen sexualisierten Kontext zu setzen

Betroffene eines Deepfakes tragen keine Schuld. Die Verantwortung liegt bei denjenigen, die die Inhalte erstellen oder verbreiten. 

Chancen von Deepfakes

Neben Risiken gibt es auch positive Einsatzmöglichkeiten – unter anderem im Bereich Bildung und in der kreativen Mediengestaltung. 
Das Hessische Ministerium für Kultus, Bildung und Chancen stellt mit der Handreichung „Künstliche Intelligenz (KI) in Schule und Unterricht“Öffnet sich in einem neuen Fenster  Lehrkräften eine Hilfestellung zur Verfügung, um das Potenzial von KI für den Unterricht nutzen zu können.

Was Eltern und Fachkräfte tun können

  1. im Gespräch bleiben: 
    Sprechen Sie mit Kindern und Jugendlichen über digitale Inhalte und deren Vertrauenswürdigkeit.
  2. Medienkompetenz fördern: 
    Helfen Sie, Inhalte kritisch zu hinterfragen und Quellen zu prüfen.
  3. Sicherheitsregeln vermitteln: 
    Persönliche Fotos, Videos oder Audiodateien sollten nur mit Bedacht geteilt werden.
  4. Bei Vorfällen handeln: 
    Sind Kinder oder Jugendliche von Deepfakes betroffen wenden Sie sich an Fachstellen, Beratungsangebote oder bei strafrechtlich relevanten Fällen an die Polizei.
  5. Positives Vorbild sein: 
    Zeigen Sie selbst verantwortungsbewussten Umgang mit digitalen Medien.
  6. sich austauschen 
    Die Beratungsstelle Jugend und Medien HessenÖffnet sich in einem neuen Fenster berät Eltern, Jugendliche und Fachkräfte bei Fragen zum Thema Mediennutzung. 

Zusammenfassung

Deepfakes sind ein Teil der digitalen Realität. Sie können faszinierende kreative Möglichkeiten bieten, bergen aber auch Risiken für persönliche Integrität und Sicherheit. Mit Aufklärung, kritischem Blick und klaren Regeln können Kinder, Jugendliche und Erwachsene sicher im digitalen Raum unterwegs sein.

Weiterführende Angebote

Viele Institutionen, Vereine und Beratungsstellen stellen kostenloses Material zum Aufgreifen bzw. zur Vertiefung des Themas "Deepfakes" — zu Hause oder im Unterricht — zur Verfügung.

Auf den Seiten von klicksafeÖffnet sich in einem neuen Fenster und Schau hinÖffnet sich in einem neuen Fenster! sind hilfreiche Informationen zur Erstellung und zum Erkennen von Deepfakes für Eltern und Fachpersonal zu finden.  

Die Digitalen Helden bieten für Schulklassen der Stufen 8 und 9 Unterrichtsmaterial zum Thema DesinformationÖffnet sich in einem neuen Fenster an. Die Schülerinnen und Schüler beschäftigen sich unter anderem mit der Frage, was Desinformation bedeutet, welche Rolle Algorithmen spielen und woran man KI-generierte Bilder erkennen kann.JFF – Jugend Film Fernsehen e. V. stellt die medienpädagogische Handreichung „künstliche Intelligenz in der Jugendarbeit“Öffnet sich in einem neuen Fenster zur Verfügung. Neben den rechtlichen Grundlagen wird auch erläutert, wie junge Menschen bei dem Thema KI begleitet werden können. 

Mit Deep Fake. Deep Impact.Öffnet sich in einem neuen Fenster stellt klicksafe Arbeitsmaterial für den Unterricht zur Verfügung. Neben der Thematisierung von möglichen Gefahren, werden auch Möglichkeiten der kreativen Nutzung von KI aufgezeigt. 

Die Beratungsstelle „Jugend und Medien Hessen“ des Hessisches Ministeriums für Kultus, Bildung und Chancen hat das Thema Deepfakes in Zusammenhang mit Fake News und Verschwörungsmythen im Artikel Zum richtigen Umgang mit Fake News, Verschwörungstheorien und FilterblasenÖffnet sich in einem neuen Fenster aufgegriffen.
Zudem finden sich auf der Seite der Beratungsstelle weitere Informationen zur Mediennutzung für ElternÖffnet sich in einem neuen Fenster sowie Antworten auf Fragen rund um KI.

Juuuport ist ein digitales Beratungsangebot für Jugendliche und verfolgt den Peer-to-Peer-Ansatz. Jugendliche, welche zuvor zu Juuuport-Scouts ausgebildet wurden, beraten kostenlos zu Themen rund um die digitale Welt. 

Im Artikel „Deepfakes – Nur lustig oder auch gefährlich?“Öffnet sich in einem neuen Fenster finden Jugendliche wichtige Informationen zu KI-generierten Bildern – von der Erstellung bis hin zu rechtlichen Aspekten. Auch Deepfakes in Zusammenhang mit Pornografie werden thematisiert.Juuuport ist ein digitales Beratungsangebot für Jugendliche und verfolgt den Peer-to-Peer-Ansatz. Jugendliche, welche zuvor zu Juuuport-Scouts ausgebildet wurden, beraten kostenlos zu Themen rund um die digitale Welt. 

Auf der Website von HandysektorÖffnet sich in einem neuen Fenster wird die Bedeutung von Deepfakes auch im politischen Kontext angesprochen und Gefahren aufgezeigt. Handysektor ist ein Angebot der Landesanstalt für Kommunikation in Baden-Württemberg und bereitet digitale Themen für Jugendliche auf.

Klicksafe bietet zudem für Kinder und Jugendliche zum Thema „Wie erkenne ich Deepfakes?“Öffnet sich in einem neuen Fenster ein Quiz an, welches in Kooperation mit ZDF logo! entwickelt wurde.

Das Netzwerk gegen Gewalt bietet zu diesem und zu anderen Themen verschiedene Online-Formate für Erziehungsberechtigte und pädagogische Fachkräfte an. 
Aktuelle Veranstaltungen sind im Veranstaltungskalender zu finden.